Scheurmann - Schraad & Partner Notare - Rechtsanwaltskanzlei

Bad Hersfeld 29. 01. 2019

Nicht genommener Urlaub verfällt…

am Jahresende bzw. spätestens zum 31.03. des Folgejahres. So das bisherige Verständnis der nationalen Regelung des Bundesurlaubsgesetzes.

Der Europäische Gerichtshof (EuGH) hat nunmehr mit Entscheidung vom 06.11.2018 die über Jahre hinweg praktizierte Norm auf den Kopf gestellt, indem klargestellt wurde, dass der gesetzliche Mindesturlaub nicht allein dadurch zu vorgenannten Zeitpunkten verloren geht, dass Arbeitnehmer zuvor keinen Urlaubsantrag gestellt haben. Ein Verfall soll nur dann anzunehmen sein, wenn der Arbeitgeber den Arbeitnehmer ggf. auffordert, den Urlaub zu nehmen und ihm deutlich macht, dass der nicht genommene Urlaub zum Jahresende bzw. zum Ende des Übertragungszeitraums verfallen wird.
Michael Kranz
Fachanwalt für Arbeitsrecht

 
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